---META--- takeaways:
- Physiotherapie ist eine zentrale, nicht-operative Säule der Arthrose-Behandlung und zielt auf Schmerzlinderung, Funktionsverbesserung und Muskelkräftigung ab.
- Die Therapie wird individuell auf das betroffene Gelenk (Knie, Hüfte, Hand) und das Stadium der Erkrankung abgestimmt.
- Wesentliche Bausteine sind Krankengymnastik (gezielte Übungen), Manuelle Therapie (Mobilisation des Gelenks) und die Anleitung zu Eigenübungen.
- Regelmäßige, korrekt ausgeführte Bewegung ist der Schlüssel, um den Gelenkknorpel zu ernähren und den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.
- Für eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse ist eine ärztliche Heilmittelverordnung notwendig.
sources:
- AWMF S2k-Leitlinie Gonarthrose | https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/033-004
- AWMF S2k-Leitlinie Koxarthrose | https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/119-001
- Heilmittel-Katalog des G-BA | https://www.g-ba.de/richtlinien/12/
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) | https://www.gesundheitsinformation.de/arthrose.html
- Deutsche Arthrose-Hilfe e.V. | https://www.arthrose.de/
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--- Physiotherapie bei Arthrose ist eine essenzielle Behandlungsmethode, um Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit von Gelenken wie Knie, Hüfte und Hand zu verbessern und die Muskulatur zu kräftigen. Durch gezielte Übungen und manuelle Techniken hilft sie, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen, Operationen hinauszuzögern oder zu vermeiden und die Lebensqualität von Betroffenen entscheidend zu steigern.
Was genau ist Arthrose und warum entsteht sie?
Arthrose ist die weltweit häufigste Gelenkerkrankung und wird oft als „Gelenkverschleiß“ bezeichnet. Dabei handelt es sich um einen degenerativen Prozess, bei dem der Gelenkknorpel, die glatte Schutzschicht an den Enden der Knochen, zunehmend abgebaut wird. Dieser Knorpel funktioniert wie ein Stoßdämpfer und sorgt für ein reibungsloses Gleiten der Gelenkflächen. Wenn er dünner und rauer wird, reiben die Knochen stärker aufeinander, was zu Schmerzen, Steifigkeit und Entzündungen führen kann.
Die Ursachen sind vielfältig und oft eine Kombination aus mehreren Faktoren:
- Alter: Das Risiko steigt mit zunehmendem Lebensalter.
- Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung ist bekannt.
- Überlastung: Langjährige, starke Belastung durch Beruf oder Leistungssport.
- Übergewicht: Jedes zusätzliche Kilo Körpergewicht belastet vor allem Knie- und Hüftgelenke überproportional.
- Fehlstellungen: Angeborene oder erworbene Fehlstellungen wie O- oder X-Beine.
- Verletzungen: Frühere Gelenkverletzungen, z.B. Meniskusschäden oder Knochenbrüche im Gelenkbereich.
Arthrose ist keine reine Alterserscheinung, sondern ein aktiver biologischer Prozess, der durch gezielte Maßnahmen beeinflusst werden kann.
Welche Rolle spielt Physiotherapie in der Arthrose-Behandlung?
Die Physiotherapie ist gemäß nationalen und internationalen Leitlinien ein zentraler und unverzichtbarer Bestandteil der konservativen (nicht-operativen) Arthrosetherapie. Ihr Ansatz ist aktiv und funktionsorientiert. Anstatt das Gelenk nur zu schonen, zielt die Therapie darauf ab, die Gelenkfunktion so gut wie möglich zu erhalten und zu verbessern.
Die Hauptziele der Physiotherapie bei Arthrose sind:
- 1Schmerzlinderung: Durch Bewegung und manuelle Techniken werden Schmerzen reduziert.
- 2Verbesserung der Beweglichkeit: Steife Gelenke werden mobilisiert, um den Bewegungsumfang zu vergrößern.
- 3Muskelkräftigung: Eine starke Muskulatur stabilisiert das Gelenk, entlastet es und wirkt wie ein „externer Stoßdämpfer“.
- 4Koordination und Gleichgewicht: Schulung der Koordination verbessert die Gangsicherheit und reduziert das Sturzrisiko.
- 5Patientenschulung (Edukation): Betroffene lernen, ihre Erkrankung zu verstehen und durch gezielte Eigenübungen und Verhaltensanpassungen im Alltag selbst zu managen.
Bewegung ist hierbei das wichtigste "Medikament", da der Gelenkknorpel nicht durchblutet wird und seine Nährstoffe nur durch die Gelenkflüssigkeit erhält, die durch Be- und Entlastung „gepumpt“ wird.
Was sind die typischen Symptome einer Kniearthrose (Gonarthrose)?
Die Kniearthrose ist eine der häufigsten Formen des Gelenkverschleißes. Die Symptome entwickeln sich meist schleichend über Jahre.
- Anlaufschmerz: Schmerzen zu Beginn einer Bewegung, z. B. beim Aufstehen nach längerem Sitzen, die nach einigen Schritten nachlassen.
- Belastungsschmerz: Schmerzen bei längerer oder intensiverer Belastung wie Gehen, Treppensteigen oder Tragen von Lasten.
- Ruheschmerz: Schmerzen auch in Ruhephasen, besonders nachts, die auf eine fortgeschrittene Arthrose mit Entzündungsaktivität hindeuten.
- Gelenksteifigkeit: Besonders morgens nach dem Aufwachen fühlt sich das Knie steif an.
- Bewegungseinschränkung: Das Knie lässt sich nicht mehr vollständig beugen oder strecken.
- Schwellungen und Überwärmung: Zeichen einer akuten Entzündung im Gelenk (aktivierte Arthrose).
- Gelenkgeräusche: Knirschen oder Knacken (Krepitation) bei Bewegung.
- Instabilitätsgefühl: Das Gefühl, das Knie könnte „wegknicken“.
Wie hilft Physiotherapie gezielt bei Kniearthrose?
Bei der Gonarthrose konzentriert sich die Physiotherapie darauf, das Kniegelenk zu stabilisieren und die Belastung auf den Knorpel zu reduzieren. Ein kräftiger Oberschenkelmuskel (Musculus quadriceps femoris) ist hierbei der wichtigste Partner.
Die Therapie umfasst:
- Kräftigungstraining: Gezielte Übungen für die vordere und hintere Oberschenkelmuskulatur sowie die Hüftmuskulatur, um das Knie zu stabilisieren.
- Manuelle Therapie: Traktion (sanfter Zug) am Gelenk kann den Gelenkspalt kurzzeitig erweitern, den Druck mindern und Schmerzen lindern. Mobilisierende Techniken verbessern die Beweglichkeit der Kniescheibe und des gesamten Gelenks.
- Dehnung: Verkürzte Muskeln rund um das Knie und die Hüfte werden gedehnt, um Fehlbelastungen zu korrigieren.
- Gangschule: Analyse und Korrektur des Gangbildes, um eine möglichst achsengerechte und schonende Belastung zu erreichen.
- Propriozeptionstraining: Übungen auf instabilen Unterlagen (z.B. Wackelbrett) schulen die Gelenkwahrnehmung und verbessern die muskuläre Ansteuerung.
Welche Symptome deuten auf eine Hüftarthrose (Coxarthrose) hin?
Die Hüftarthrose beginnt oft subtiler als die Kniearthrose. Die Schmerzen werden häufig nicht direkt in der Hüfte, sondern in der Leiste, im vorderen Oberschenkel oder sogar ausstrahlend bis ins Knie empfunden.
Typische Anzeichen sind:
- Leistenschmerz: Ein ziehender oder stechender Schmerz in der Leistengegend ist das Leitsymptom.
- Anlaufschmerz: Schwierigkeiten und Schmerzen bei den ersten Schritten am Morgen oder nach dem Sitzen.
- Eingeschränkte Rotation: Besonders die Drehbewegung des Beines nach innen ist frühzeitig eingeschränkt und schmerzhaft. Dies bemerkt man z.B. beim Socken- oder Schuhean-ziehen.
- Schwierigkeiten beim Abspreizen: Das seitliche Abspreizen des Beines wird zunehmend schwieriger.
- Hinken: Um das schmerzende Gelenk zu entlasten, entwickeln viele Betroffene ein Schonhinken.
- Belastungsschmerz: Schmerzen nehmen bei längerem Gehen oder Stehen zu.
Welche physiotherapeutischen Maßnahmen sind bei Hüftarthrose wirksam?
Ähnlich wie beim Knie zielt die Physiotherapie bei Coxarthrose darauf ab, das Gelenk zu entlasten und die Funktion zu verbessern.
- Beweglichkeitsübungen: Sanfte, passive und aktive Übungen zur Erhaltung und Verbesserung der Hüftbeweglichkeit, insbesondere der Rotation und Beugung.
- Manuelle Therapie: Traktions- und Mobilisationstechniken können den Druck im Gelenk reduzieren und die Beweglichkeit fördern.
- Kräftigung: Ein starkes Muskelkorsett aus Gesäß-, Oberschenkel- und Rumpfmuskulatur ist entscheidend, um das Hüftgelenk zu stabilisieren und zu entlasten.
- Dehnung: Gezieltes Dehnen des Hüftbeugers und anderer verkürzter Muskelgruppen kann die Beckenstellung verbessern und das Gelenk entlasten.
- Anleitung zu hüftfreundlichem Verhalten: Tipps für den Alltag, z.B. die Nutzung von Gehhilfen bei starken Schmerzen oder die Anpassung von Sitzhöhen.
Wie äußert sich Arthrose in den Händen (z.B. Rhizarthrose)?
Hand- und Fingerarthrose betrifft häufig die Fingerendgelenke (Heberden-Arthrose), die Fingermittelgelenke (Bouchard-Arthrose) oder, besonders häufig, das Daumensattelgelenk (Rhizarthrose).
Symptome sind:
- Schmerzen an der Daumenbasis: Bei der Rhizarthrose treten Schmerzen vor allem bei Greif- und Drehbewegungen auf, z.B. beim Öffnen eines Schraubverschlusses.
- Steifigkeit: Die Finger sind morgens steif und unbeweglich.
- Kraftverlust: Das Festhalten von Gegenständen fällt schwerer.
- Schwellungen: Die betroffenen Gelenke können geschwollen und druckempfindlich sein.
- Knotenbildung: An den Fingergelenken können sich sicht- und tastbare knöcherne Verdickungen bilden.
- Fehlstellungen: Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu sichtbaren Verformungen der Gelenke kommen.
Kann Physiotherapie auch bei Hand- und Fingerarthrose helfen?
Ja, auch wenn die Gelenke klein sind, ist Physiotherapie (oft in Kombination mit Ergotherapie) sehr wirksam. Der Fokus liegt hier auf dem Funktionserhalt für die wichtigen Alltagsaktivitäten.
Ansätze der Therapie:
- Manuelle Therapie: Sanfte Mobilisation der kleinen Gelenke in Handwurzel und Fingern, um die Beweglichkeit zu erhalten und Schmerzen zu lindern.
- Kräftigungsübungen: Gezielte Übungen mit Therapieknete, kleinen Bällen oder Gummibändern zur Kräftigung der Hand- und Unterarmmuskulatur.
- Dehnübungen: Dehnung der Finger und der Hand, um der Gelenksteife entgegenzuwirken.
- Gelenkschutztraining: Erlernen von Techniken, um die Gelenke im Alltag zu schonen (z.B. Verwendung von Griffverdickungen, beidhändiges Tragen).
- Physikalische Maßnahmen: Wärmeanwendungen (z.B. Paraffinbad) können die Steifigkeit reduzieren und die Muskulatur entspannen. Kälteanwendungen helfen bei akuten Entzündungen.
Welche Techniken kommen bei der Arthrose-Therapie zum Einsatz?
Ein Physiotherapeut verfügt über eine Vielzahl von Methoden, die je nach Befund und Zielsetzung kombiniert werden. Die beiden wichtigsten sind Krankengymnastik und Manuelle Therapie.
| Technik | Beschreibung | Hauptziel bei Arthrose |
|---|---|---|
| Krankengymnastik (KG) | Aktive und passive Bewegungsübungen, die der Patient unter Anleitung durchführt. Das Kernstück der Therapie. | Muskelkräftigung, Verbesserung der Koordination, Beweglichkeit erhalten. |
| Manuelle Therapie (MT) | Spezielle Handgriffe und Mobilisationstechniken, die der Therapeut am Patienten anwendet, um Gelenkblockaden zu lösen. | Schmerzlinderung, Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit (Arthrokinematik). |
| Krankengymnastik am Gerät (KGG) | Medizinisches Training an speziellen Geräten zur gezielten Kräftigung bestimmter Muskelgruppen. | Aufbau von Kraft und muskulärer Stabilität zur Gelenkentlastung. |
| Wärme-/Kältetherapie | Anwendung von Wärme (Fango, heiße Rolle) oder Kälte (Eispackungen, Kryotherapie). | Wärme lockert Muskeln, Kälte wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd. |
| Elektrotherapie/Ultraschall | Anwendung von elektrischen Strömen oder Ultraschallwellen auf das betroffene Gebiet. | Schmerzlinderung und Förderung der Durchblutung und des Stoffwechsels. |
| Patienten-Edukation | Aufklärung über die Erkrankung und Anleitung zu Selbstmanagement und Eigenübungen. | Hilfe zur Selbsthilfe, langfristige Sicherung des Therapieerfolgs. |
Ist Krankengymnastik oder Manuelle Therapie besser bei Arthrose?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn beide Methoden ergänzen sich ideal. Es ist kein „Entweder-oder“, sondern ein „Sowohl-als-auch“.
- Manuelle Therapie ist oft in der Anfangsphase besonders hilfreich, wenn Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Vordergrund stehen. Durch die Mobilisation des Gelenks schafft der Therapeut die Voraussetzung dafür, dass aktive Übungen überhaupt erst schmerzfrei möglich werden.
- Krankengymnastik (und KGG) ist der entscheidende Faktor für den langfristigen Erfolg. Nur durch aktive, regelmäßige Übungen kann die Muskulatur so gekräftigt werden, dass sie das Gelenk dauerhaft stabilisiert und entlastet.
Ein guter Therapieplan kombiniert beide Ansätze. Mehr zu den Unterschieden und dem Zusammenspiel erfahren Sie in unserem Detailartikel zum Unterschied zwischen Krankengymnastik und Manueller Therapie.
Schritt für Schritt: So erhalten Sie Physiotherapie bei Arthrose
Der Weg zur physiotherapeutischen Behandlung bei Arthrose ist standardisiert und beginnt immer mit einem Arztbesuch.
- 1Ärztliche Diagnose: Bei anhaltenden Gelenkschmerzen ist der erste Ansprechpartner Ihr Hausarzt oder ein Orthopäde. Dieser wird durch eine körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren (meist Röntgen) die Diagnose Arthrose stellen.
- 2Heilmittelverordnung erhalten: Bestätigt sich der Verdacht, stellt der Arzt Ihnen eine Heilmittelverordnung (umgangssprachlich „Rezept“) für Physiotherapie aus. Darauf sind die Diagnose, das Heilmittel (z.B. KG oder MT), die Behandlungsanzahl und die Frequenz vermerkt.
- 3Physiotherapiepraxis kontaktieren: Suchen Sie sich eine qualifizierte Praxis und vereinbaren Sie einen Termin. Weisen Sie darauf hin, dass Sie eine Verordnung für Arthrose haben. Denken Sie an die Gültigkeit: In der Regel muss die Behandlung innerhalb von 28 Tagen nach Ausstellungsdatum des Rezepts begonnen werden. Details dazu finden Sie in unserem Ratgeber zur Gültigkeit von Heilmittelverordnungen.
- 4Ersttermin (Befundaufnahme): Im ersten Termin wird der Physiotherapeut eine ausführliche Anamnese (Gespräch) und eine physiotherapeutische Untersuchung durchführen. Dabei werden Ihre Schmerzhistorie, Bewegungseinschränkungen, Muskelkraft und Alltagsbelastungen genau analysiert.
- 5Therapieplan erstellen: Basierend auf der ärztlichen Verordnung und dem eigenen Befund erstellt der Therapeut gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Therapieplan. Hier werden realistische Ziele festgelegt (z.B. "schmerzfrei 500 Meter gehen können").
- 6Aktive Therapiephase: Nun beginnen die eigentlichen Behandlungseinheiten in der Praxis. Ihre aktive Mitarbeit ist entscheidend für den Erfolg. Seien Sie motiviert und geben Sie dem Therapeuten Feedback zu Schmerzen oder Fortschritten.
- 7Eigenübungsprogramm: Ein zentraler Bestandteil ist die Anleitung zu Übungen, die Sie selbstständig zu Hause durchführen sollen. Nur durch regelmäßiges Training (idealweise täglich) kann ein nachhaltiger Effekt erzielt werden.
Was kann ich selbst tun, um die Physiotherapie zu unterstützen?
Der Erfolg der Physiotherapie hängt maßgeblich von Ihrer eigenen Initiative ab. Ihr Therapeut gibt Ihnen die Werkzeuge an die Hand – nutzen müssen Sie sie selbst.
- Führen Sie Ihre Übungen regelmäßig durch: Disziplin ist alles. Integrieren Sie Ihr kurzes Übungsprogramm fest in Ihren Tagesablauf.
- Bleiben Sie in Bewegung: Suchen Sie sich eine gelenkschonende Sportart wie Schwimmen, Wassergymnastik, Radfahren oder Nordic Walking. Bewegung „schmiert“ die Gelenke.
- Achten Sie auf Ihr Gewicht: Jedes Kilo weniger entlastet Ihre Knie- und Hüftgelenke um ein Vielfaches. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt nicht nur die Gewichtsreduktion, sondern kann auch entzündungshemmend wirken.
- Passen Sie Ihren Alltag an: Vermeiden Sie lange, statische Positionen. Wechseln Sie öfter zwischen Sitzen, Stehen und Gehen. Verwenden Sie bei starken Beschwerden Hilfsmittel (Gehstock, Greifzange).
- Tragen Sie geeignetes Schuhwerk: Gut gedämpfte, stabile Schuhe können Stoßbelastungen beim Gehen deutlich reduzieren.
Wie finde ich die richtige Physiotherapiepraxis in Baden-Württemberg?
In Baden-Württemberg gibt es ein dichtes Netz an hochqualifizierten Physiotherapiepraxen. Bei der Auswahl sollten Sie auf einige Kriterien achten, die auf eine hohe Behandlungsqualität hindeuten. Dazu gehören Therapeuten mit speziellen Fortbildungen (z.B. Manuelle Therapie, Sportphysiotherapie) und eine Praxis, die sich Zeit für eine gründliche Befundaufnahme nimmt. Mehr Tipps dazu, wie Sie eine gute Physiotherapie-Praxis erkennen, haben wir für Sie zusammengestellt.
Ein großer Vorteil in einem Flächenland wie Baden-Württemberg ist die gute Erreichbarkeit von Praxen sowohl in den Metropolen als auch im ländlichen Raum. Ob Sie eine Praxis für [Physiotherapie in Stuttgart](/physiotherapie/stuttgart), [Physiotherapie in Mannheim](/physiotherapie/mannheim), [Physiotherapie in Karlsruhe](/physiotherapie/karlsruhe) oder [Physiotherapie in Freiburg](/physiotherapie/freiburg) suchen – Sie werden in Ihrer Nähe spezialisierte Therapeuten finden, die Sie bei Ihrer Arthrose-Behandlung kompetent begleiten können.
Wie lange dauert eine Physiotherapie-Behandlung bei Arthrose?
Arthrose ist eine chronische Erkrankung. Daher ist die Physiotherapie oft eine langfristige oder wiederkehrende Maßnahme. Eine einzelne Heilmittelverordnung umfasst in der Regel 6 bis 10 Behandlungseinheiten. Oft sind jedoch mehrere Verordnungen nacheinander (als sogenannte Verordnungsfolge) notwendig, um einen nachhaltigen Erfolg zu erzielen.
Die Behandlungsdauer hängt vom Schweregrad der Arthrose und Ihren individuellen Fortschritten ab. Das Ziel ist es, Sie in die Lage zu versetzen, die Übungen selbstständig und korrekt durchzuführen, sodass Sie die Therapiephasen in der Praxis seltener benötigen. Bei einer Verschlechterung kann jederzeit eine neue Therapieepisode begonnen werden.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung?
Ja, wenn eine ärztliche Heilmittelverordnung vorliegt, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse den Großteil der Therapiekosten. Als Patient müssen Sie eine gesetzliche Zuzahlung leisten. Diese setzt sich aus 10 Euro pro Rezept plus 10 % der Behandlungskosten zusammen.
Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Befreiung von dieser Zuzahlung möglich. Privatversicherte sollten vorab die Kostenübernahme mit ihrer Versicherung klären, da die Tarife und Erstattungssätze variieren. Eine detaillierte Übersicht finden Sie in unserem Ratgeber zu den Kosten der Physiotherapie in Baden-Württemberg.
Häufige Fragen
Verursacht Physiotherapie bei Arthrose Schmerzen?
Das Ziel der Physiotherapie ist die Schmerzreduktion. Während der Übungen kann es zu einem leichten „Wohlwehschmerz“ oder einer Muskelermüdung kommen, aber es sollten keine stechenden oder starken Gelenkschmerzen auftreten. Ein guter Therapeut passt die Intensität immer an Ihre individuelle Schmerzgrenze an.
Wie oft pro Woche sollte ich zur Physiotherapie gehen?
Die auf dem Rezept angegebene Frequenz (meist 1-3 Mal pro Woche) ist eine Empfehlung. Zu Beginn der Behandlung sind oft 2 Termine pro Woche sinnvoll, um schnell Fortschritte zu erzielen. Wichtiger als die Frequenz der Praxistermine ist jedoch die tägliche Durchführung Ihrer Eigenübungen.
Kann Arthrose durch Physiotherapie geheilt werden?
Nein, Arthrose ist nach derzeitigem medizinischem Stand nicht heilbar, da sich der verlorene Knorpel nicht vollständig regenerieren kann. Physiotherapie kann den Krankheitsverlauf jedoch erheblich verlangsamen, die Symptome massiv lindern, die Funktion verbessern und die Notwendigkeit eines Gelenkersatzes oft um viele Jahre hinauszögern.
Brauche ich immer ein Rezept vom Arzt?
Für die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse ist ein Rezept zwingend erforderlich. Sie können Physiotherapie aber auch als Selbstzahler ohne Rezept in Anspruch nehmen, zum Beispiel zur Prävention oder zur Fortführung der Therapie nach Ablauf der Verordnung.
Was passiert, wenn ich mein Rezept nicht rechtzeitig beginne?
Eine Heilmittelverordnung für Physiotherapie hat eine begrenzte Gültigkeit. Der erste Termin muss in der Regel innerhalb von 28 Tagen nach dem Ausstellungsdatum stattfinden, sonst verliert das Rezept seine Gültigkeit und die Krankenkasse übernimmt die Kosten nicht mehr.
Sind Übungen im Wasser (Aquafitness) bei Arthrose sinnvoll?
Ja, absolut. Bewegung im Wasser ist ideal, da der Auftrieb des Wassers die Gelenke entlastet, während der Wasserwiderstand die Muskulatur effektiv kräftigt. Viele Praxen und Reha-Zentren bieten spezielle Kurse an.
Helfen Tapes bei Arthrose-Schmerzen?
Kinesiologische Tapes können eine unterstützende Maßnahme sein. Sie können die Gelenkwahrnehmung verbessern, die Muskelfunktion unterstützen und durch eine leichte Anhebung der Haut zu einer Schmerzlinderung beitragen. Sie ersetzen aber nicht die aktive Bewegungstherapie.
Muss ich die Übungen für immer machen?
Da Arthrose eine chronische Erkrankung ist, sollte auch die Bewegungstherapie als dauerhafte Aufgabe verstanden werden – ähnlich wie das tägliche Zähneputzen. Das Ziel ist, dass die Übungen zur Routine werden und Sie diese selbstständig in Ihren Alltag integrieren, um langfristig mobil und schmerzarm zu bleiben.
Welche Sportarten sind bei Arthrose empfehlenswert?
Ideal sind gelenkschonende Sportarten mit zyklischen, gleichmäßigen Bewegungen. Dazu gehören Radfahren (mit geringem Widerstand), Schwimmen (besonders Rückenschwimmen und Kraulen), Aquajogging, Nordic Walking und Skilanglauf. Ungeeignet sind Sportarten mit schnellen Stopps, Sprüngen und Richtungswechseln wie Tennis, Squash oder Fußball.
Was ist der Unterschied zwischen Arthrose und Arthritis?
Arthrose ist eine degenerative, also verschleißbedingte Gelenkerkrankung, bei der der Knorpel abgebaut wird. Arthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankung (z.B. rheumatoide Arthritis), bei der das Immunsystem die Gelenkinnenhaut angreift. Eine Arthrose kann jedoch eine sekundäre Entzündung auslösen – man spricht dann von einer „aktivierten Arthrose“.
Nächster Schritt
Finde eine Praxis in deiner Stadt oder vergleiche dein Gehalt mit echten Angaben aus Baden-Württemberg.
Redaktion Physiotherapie BW recherchiert Versorgungslage, Preise und Arbeitsbedingungen in der Physiotherapie in Baden-Württemberg. Grundlage sind Heilmittelrichtlinie und Heilmittelkatalog, die Zuzahlungsregeln nach § 61 SGB V, öffentliche Gehaltsstatistiken sowie die anonymen Gehaltsangaben aus unserer Gehaltsanalyse. Inhalte werden mindestens halbjährlich überprüft.